Ich bin totmuede, aber das zu Recht! Denn stolz kann ich behaupten, heute meinen ersten Sechstausender bestiegen zu haben!!! Das Ganze war auch dementsprechend anstrengend.
Ich hatte nach einem Ausflug in der Naehe La Pazes gesucht, um meine freie Zeit zu fuellen. Fast alle Reiseagenturen schlugen speziell fuer mich den Aufstieg auf den Huyna Potosí vor. Erst als ich Fotos mit Schnee und Eispickeln sah, wurde mir bewusst, dass es sich nicht um eine gemuetliche Wanderung handelt. Aber diese Chance habe ich gleich genutzt und bin mit einem Freund hoch!
Dienstag wurde erstmal an einem Gletscher geuebt, was schon echt nicht schlecht war. Oft bin ich abgerutscht, einmal auch mit einem Bein in eine Gletscherspalte (aber keine Angst, ich passte mit dem ganzen Koerper gar nicht rein
). Dabei hat es noch ein wenig geschneit un ploetzlich zog dichter Nebel auf. Das Wetter aendert sich hier ja minuetlich. Uns wurden die Grundtechniken mit Eispickeln und Steigbuegeln beigebracht. Die erste Nacht verbrachten wir noch im Basis-Camp.
Am zweiten Tag ging’s auch noch nicht so richtig los. Bloss 2 1/4 Stunden gings bergauf (dafuer aber mit schwerem Rucksack!) zum Rock-Camp. Da hatten wir dann Verschnaufpause fuer die dritte, eigentliche, Etappe. Lauter Deutsche kamen noch tagsueber am Camp an, sehr komisch. Uns wurde noch erklaert, wie der Aufstieg ablaeuft und ich muss sagen, Schiss hatte ich schon, denn uns waren 4 Leute begegnet, die es nicht bis zum Gipfel geschafft hatten. Aber das wollten wir natuerlich nicht nachmachen!
Heute um Mitternacht sind wir bereits aufgestanden, um um kurz nach eins unsere Tour zu starten. Ich war mit meinem Freund und Guide angeseilt, falls ich also abgerutscht sein sollte, haetten sie mich fangen koennen. In ziemlich dichtem Schnee wurden die ersten Hoehenmeter hochgekrachselt. Alles in sehr langsamen Schritt, das war wichtig. Ploetzlich bekam Stefan aber Magenprobleme, spaeter noch Kreislaufschwaeche, wir holten aber zu den anderen Deutschen spaeter wieder auf. Grosse Pausen konnten wir eh nicht einlegen, denn dann haetten wir nur angefangen zu frieren. Stattdessen gab es viele 15-Sekunden-Pausen im Stehen.
Der anstrengenste Teil erfolgte dann ab ca. 5,800 Meter. Hier kehren die meisten um, weil sie „La Cumbre“, also den Gipfel sehen und sagen, dass sie das nicht mehr schaffen. Ueber kleine Gletscherspalten muss gesprungen, sich dann mit dem Eispickel in den Schnee gegraben und zuegig hochgestiegen werden. Das war schon insgesamt sehr anstrengend, die Zeit verging aber wesentlich schneller, als ich dachte. Irgendwann rief unser Fuehrer Roky „Cumbre, 10 minutos!“. Ich konnte es gar nicht glauben, aber mit den letzten Metern hieften wir uns hoch – und da waren wir um 6 Uhr morgens. Auf einer steilen Kante hockten wir uns dicht nebeneinander, ich fand es beeindruckend und auch ein wenig beaengstigend zugleich. Gerade ging die Sonne am Horizont auf. Leider durften wir nur kurz wegen der Kaelte oben bleiben. Beim Abstieg merkten wir dann, was die Sonne fuer eine Kraft hatte! Und welch’ ein Glueck mit dem Wetter, denn jetzt ist eigentlich keine Hauptsaison fuer’s Bergsteigen. Aber wir wurden mit purer Sonne belohnt.
La Paz war unter einen tiefen Wolkenschicht begraben. Das sah schon toll aus. Wir waren so stolz, oben am Gipfel angekommen zu sein!!
Der Abstieg bis ins erste Camp zog sich auch noch sowas von hin, das war furchtbar. Um 12 Uhr waren wir aber bereits wieder in La Paz, na gut, sind ja dafuer auch nachts gelaufen
!
iLa aventura de mi vida, definitivamente! Da kann auch keine Death Road mithalten.
Oh 6000er ist sehr gut. Ich war bis jetzt nur auf den Chacaltaya.
Interessanter Bericht
rene