Nuevo trabajo – Virgen de Fatima

5 05 2009

Hab’ euch ganz vergessen zu erzaehlen, wie mein erster Arbeitstag im neuen Projekt aussieht. Ab sofort werde ich donnerstags und freitags nicht mehr in Achumani bei der Familie auf die Kinder aufpassen, sondern stattdessen in einem Waisenhaus in Obrajes arbeiten. Ist also ganz in der Naehe. Letzten Donnerstag fing ich an. Ich wurde in Sala 3, den 1-1.5 Jaehrigen zugeteilt. Jede Sala hat eine sogenannte Mamita, die die Kinder betreut und die man im Endeffekt auch unterstuetzt. Denn in dem Krabbelraum wuseln zehn vergnuegte Babies herum. Das riecht natuerlich nicht direkt „dufte“, wenn man hereinkommt. Man muss im Grunde mit ihnen spielen und aufpassen, dass ihnen nichts passiert. Mittags muss ich sie fuettern und ins Bett bringen, um sie nachmittags mit ihrem Faleschchen Milch zu wecken, etwas zu spielen und um 17 Uhr wieder zu fuettern.

So sieht im groben mein Tagesablauf aus. Allerdings werde ich in Zukunft nur vormittags dort arbeiten und nachmittags mit den Jugendlichen, die aus der Schule kommen, meine Zeite verbringen. Denn auf Dauer koennte es mir sonst wohl etwas langweilig werden. Denn klar ist – den Job kann man mit selbstdenkenden Kindern keineswegs vergleichen. Mal sehen, wie’s wird!





El Choro

4 05 2009

Gerade bin ich aus Coroíco wiedergekommen. Hinter mir liegen 70 Kilometer Wanderweg. Die letzten drei Tage bin ich auf einem historischen Inka-Pfad gelaufen – es war der Wahnsinn!

Am Freitag starteten wir bereites frueh am Morgen. ERstmal ging es per Minibus rauf auf 4.700 Meter. Die kahlen, schneebedeckten Berge und ihre Schotterpfade dominierten das Bild. Den ersten Tag ging es praktisch nur den Weg herunter. Aber ein paar hundert Metern weiter unten wurde es schon etwas gruener, wenn auch nicht viel. Unsere Zelte stellten wir direkt am Fluss auf. Da waren wir bereits auf einer Hoehe von 2890 Metern.

Am naechsten Tag ging es immer weiter hinunter am Fluss entlang. Jetzt begannen die ersten Waelder, es war wirklich super schoen. Wie im Dschungel! Unser Team „Wind“ war bereits drei Stunden vor dem Rest der Gruppe am Zeltplatz, sodass wir uns gut entspannen konnten. Das mussten wir auch, denn es ging teilweise ganz schoen bergauf. Und mit nem schweren Rucksack hinten drauf… Das Camp lag mitten in der Natur und man hatte eine unglaubliche Aussicht auf die bewachsenen Huegel der Yungas. Das war so um die 2300 Meter.

Am letzten Tag ging es auch wieder bergauf, bis es dann bis zum Schluss in Serpentinen nur noch hinunterging. Sowohl Flora als auch Fauna (ja, Mosquitos natuerlich miteinbegriffen) hauten uns alle weg. Weit und breit nur gruen. Es ging ja praktisch parallel zur Camino de la Muerte entlang. Nachmittags erreichten wir ein winziges Dorf, das gerade mal auf 1300 Metern lag. Wir hatten somit den Choro Trek gemeistert und gleich mehrere Vegetationszonen in so kurzer Zeit durchwandert. Darauf sprangen wir in den Fluss – die Kroenung!

Den Abend verbrachten wir in Coroíco, wenn wir auch erstmal lange auf einen Bus dorthin warten mussten. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es teilweise doch anstrengend war, Probleme hatte unser Team aber nie. Es war einfach toll und hat mir super viel Spass gemacht.

Und morgen geht es dann wirklich nach Chile. First Stop: Iquique!

Macht es gut!





Welcome to the Jungle!

17 04 2009

Heute bin ich aus dem Madidi Nationalpark wiederkommen. Und es war wirklich schoen!

Die ganzen Tage ueber war nicht eine Wolke am Himmel zu sehen, aber dsa bedeutete auch eine gewaltige, tropische Hitze. Denn nur nach einer halbe Stunde Flugn mit einem winzigen Flieger landeten wir am Montag in Rurrenabaque auf 300 Metern bei 30 Grad. Das war natuerlich Kontrastprogramm zu La Paz. Aber nach zwei eisigen Tagen am Titikakasee (besonders fuer meine Mutter) taten die warmen Tage gut.

Mit einem Boot sind wir die meiste Zeit auf dem Río Yucuma langgefahren. Das Ganze gehoert zum „Amazon Basin“, also richtiges Dschungelfeeling. Und die Landschaft war schon atemberaubend! Ganz anders als so eine Tiersafari in Afrika. Der Regen hatte zwar aufgehoert, aber der Fluss stand immer noch total hoch, sodass es sehr schwierig war, Tiere zu spotten. Eine Anaconda suchten wir vergebens im Sunpf. Dafuer gab es aber Mosquitos, oh my GOD! Wir sind total zerstochen, aber haben ja Malaria-Tabletten dabeigehabt.

Wir sahen viele Vogelarten, drei verschieden Arten von Affen (wobei eine Sorte ganz zutraulich ankam und Bananen wollte haha), Schweine gabs auch jede Menge auf dem Festland, Papageien, Condor und sogar Kaimane und ein grosses Krokodil. Als Abschluss durften wir sogar in en Fluss springen und mit rosanen Delfinen schwimmen, die ab und zu auftauchten. Das war klasse! Und das, obwohl wir nur wenige Kilometer avon nach Pirañas gefischt hatten :D (unser Boot hatte Pech und wir hatten nur 4 andere Fische gefangen, aber im Nachbarboot konnten wir gleich 4 Piranhas betrachten).

Unsere Unterkuenfte waren recht einfach, ueber dem Fluss auf Stelzen gebaut, sodass es da natuerlich auch von Muecken wimmelte. Aber mit Moskitonetz ging alles gut und so doll juckt’s auch nicht mehr ;)

Sonntag fliegen M&M ja schon wieder, das heisst: Aprovechar el tiempo al maximo! Daher gehen wir heute Nacht noch in eine Folkloreshow.

Hasta luego!





M & Ms in Bolivien

13 04 2009

Seit ueber einer Woche sind meine Mutter und mein Stiefvater Martin nun schon in Bolivien und so einiges ist passiert. Daher auch erst verspaetet die Eintraege.

Die ersten Tage zeigte ich ihnen natuerlich die Stadt, die Touri-Spots um Calle de las Brujas und co., stellte ihnen meiner Familie in Obrajes und meiner ersten Familie in der Calle Buenos Aires vor (besonders letztere Begegnung war toll, weil sie noch so „bolivien-typisch“ sind).

Letzten Mittwoch besuchten wir dann gemeinsam mein Projekt. Das war krass! Meine Kinder schrieen „BIENVENIIIIDOOOS!!“ als sie zur Tuer reinkamen, uebrreichten ihnen ein riesiges Herz wwo „Bienvenidos Dorothee y Martin“ draufstand, brachten Glibberpudding und Mate de Coca, um dann spaeter mit Taenzen und Gesaengen zu beeindrucken. Wir hatten dafuer die versprochene Schwarzwaelder Kirschtorte, jede Menge Haribo und Schulmaterial mitgebracht. Als wir fragten, wie wir das Projekte weiter unterstuetzen koennten, kamen Vorschlaege wie DVD- und CD-Player oder Fernseher. Da haben wir ihnen gleich alles gekauft. Es war ein wirklich schoener Tag.

Letztes Wochenende waren wir ueber Ostern am Titikakasee in Copcabana und haben Samstag auch mal die Isla del Sol, also die Sonneninsel besichtigt. Jedes Jahr pilgern zu diesen Daten naemlich Tausende zu diesem Wallfahrtsort um die Virgen, die auf einem Berg steht, zu besuchen.

Und heute sind wir gerade frisch in Rurrenabaque im Amazonasbecken gelandet! In nur einer halben Stunde brachte uns ein Buschflieger sicher in das tropische Doerfchen. Im Bus haetten wir 18 Stunden gebraucht. Morgen geht es dann richtig auf Safgaritour. Spaeter mehr!!





Argentinien:Bolivien – Geschichte geschrieben

13 04 2009

Dieses Spiel werden wir alle wohl so schnell nicht vergessen.

Bolivien gegen Argentinien in der WM-Qualifikation fuer Suedafrika 2010.

6:1

Fuer BOLIVIEN!!!

Das Spiel war der absolute Hammer. Mit meinem Bruder Danico bin ich vor zwei Wochen ins Stadion von La Paz gegangen, um Groessen wie Maradonna (Trainer Argentiniens) oder die Fussballlegende Messi zu sehen. Beide konnten aber nichts gegen Bolivien ausrichten. Soetwas gab es noch nie. Denn selbst mit einem „normalen“ Sieg hatte niemand gerechnet. Und dann gleich so hoch!! WOW!!

Glueck gehabt, soetwas sehen zu koennen, wobei ich ja nicht mal Fussballfan bin.





Noch 3 Tage!!!

30 03 2009

Ich kann’s kaum glauben.

Aber in drei Tagen kommen mich meine Mutter und mein Stiefvater besuchen!! Kurzfristig im Januar geplant, und kurze Zeit spaeter stand es fest: am 03. April landen sie auf 4.065 Metern in El Alto, La Paz.

Geplant sind natuerlich Rundtrips in und um La Paz, Titikakasee und ein besonderes Highlight: mit dem Flieger geht es zum Nationalpark Madidi! Darauf freu’ ich mich jetzt schon!!!

YES!





News from Work y el 23 del Marzo

23 03 2009

Eigentlich geh’ts mir richtig gut!

Leider truebte mich die Nachricht von meiner educadora Rosmery, dass ihr Gehalt gekuerzt wurde und sie somit kaum mehr eine Chance hat, von El Alto nach San Isidro mit dem Minibus zu fahren und deshalb darueber nachdenkt, zu kuendigen. Das waere wirklich furchtbar! Erst diese Donnerstag-Freitag-Geschichte und dann das. Hoffentlich findet sie ein Haus hier in der Naehe, denn dann saehe es nicht ganz so schlimm aus.

Heute wollte ich eine Theatergruppe nun endgueltig zusammenstellen. Allerdings wollen nur drei Jugendliche mitmachen. Also haben wir gesagt, dass wir zumindest Sketche machen wollen und fingen an, Ideen zu suchen. Mal sehen, was daraus wird!

Heute, am 23. Maerz wurde im 19. Jahrhundert Boliviens Meer-Zugang von Chile im Krieg abgetrennt. Seitdem herrscht ein ziemlicher Hass und jedes Jahr wird protestiert. So auch heute. Hunderte von Schuelern sah ich an meinem Projekt vorbeilaufen mit Bannern wie: „Recuperemos el Mar!! Chilenos = Ladrones!!“ (Wir werden das Meer zurueckerobern! Chilenen gleich Diebe!!). Und dabei meinen sie es durchaus ernst. Das habe ich gemerkt, als ich mich etwas drueber lustig gemacht habe. ;)





Felíz Día del Padre!

20 03 2009

Gestern war hier schon Vatertag!

Dazu bin ich extra schon um 6.45 Uhr aufgestanden und habe mit meinem Gastbruder Danico Fruehstueck fuer meinen Gastvater vorbereitet. Es gab: Ruehrei mit Gemuese, Muesli, Yoghurt, verschiedene Quinoa-Saefte, jede Menge Brot und und und. Es hat ihm gut geschmeckt ;) !

Abends haben wir bei meiner aelteren Gastschwester in Sopocachi noch ein Lama-Abendessen fuer ihn vorbereitet. Das war lecker, sag’ ich euch!





Teatro – primeros pasos

18 03 2009

Wieder mal was von meinem Projekt.

Oh Gott, koennen Kinder anstrengend sein! Mein Ruecken tut schon weh vom vielen durch die Luft schleudern der Kleinen.

Ich habe diesen Montag mit ein paar Theateruebungen angefangen. Sonst wird das ja nie mehr was (ich habe auch so die Befuerchtung, dass es bei diesen Uebungen bleiben wird). Zuerst habe ich die Kinder ganz still im Hof herumlaufen lassen, ohne, dass sie sich gegenseitig beruehren, lachen oder jegliche andere Geraeusche machen. Das ist den hyperaktiven Geistern natuerlich schwer gefallen. Besonders als ich „Stop“ sagte und erstarren mussten. Zum Schluss haben es aber in paar Kinder hinbekommen. Es sollte ihnen das Gefuehl vermitteln, dass sie etwas bewusst machen und sich konzentrieren, als wuerden sie alleine im Prado herumlaufen.

Danach versuchte ich es mit Improvisationstheater. Zwei Kinder denken sich eine Szene aus und diese spielen sie so lange, bis einer der Zuschauer „Stop!“ ruft, die Schauspieler erstarren, der Zuschauer nimmt einen der beiden Kinder aus der Szene und faengt sofort an zu spielen, ohne dass jemand weiss, worum es sich handelt. Der Mitspielen muss sich blitzschnell in die Situation hineinversetzen. So geht es dann weiter. Aber schnell gingen den Kindern die Ideen aus und einige waren noch viel zu schuechtern und sassen stumm da. Nun ja, ein Anfang ist getan!

Gestern habe ich Beamer, DVD-Player und die DVD „Darfur NOW“ mitgebracht, damit die chicos sehen, wie gut es ihnen im Vergleich zu afrikanischen Kindern im Sudan geht. Es wurden ausserdem die Misshandlung der Menschenrechte beleuchtet. Aber da es sich „nur“ um eine Doku handelte, langweilten sie sich schnell und nach nicht mal einer Stunde sassen meine educadora und ich mit einem schlafenden Kind als einzige im Saal. Ein paar Eindruecke sind aber hoffentlich geblieben.

Ansonsten spiele ich weiterhin mit ihnen taeglich Schach, auch wenn viele das Schach-Matt-System noch nicht ganz verinnerlicht haben. Gestern liessen wir dann von jung bis alt Sprach-Tests machen. Ich hab den Aelteren geholfen, die einen Text korregieren sollten. Das Ergebnis fiel jedoch schlimm aus: Nur ein Junge (12) hatte 4 Fehler, alle anderen ueber 11, Rekord waren 28!! Das hat uns doch gezeigt, wie wichtig solche Uebungen sind. Im Moment schiesse ich von jedem Kind im Projekt ein Foto. Daraus werden wir zum Schluss eine Collage machen. Und mit dem Erinnerungs-Heft, wo jeder jedem etwas wismen muss, haben wir auch begonnen.

Wirklich schade, dass ich dort nicht donnerstags und freitags arbeiten muss. Die Ideen gefallen mir naemlich alle total gut. Stattdessen betreue ich Kinder bei einer sehr netten Familie. Projektersatz ist es jedoch nicht.

P.S.:

Heute hat mich der Tod eines Jugendlichen aus einem anderen Zentrum sehr betroffen. Gestern Abend wurde er um 19 Uhr ueberfahren, als er sich auf den Weg zur Uni machte. Der Fahrer war betrunken. Der Junge starb schon mit 19 Jahren. Wir besuchten die Familie, der Sarg war mit Blumen verziert und von lilanem Licht umgeben. Die Mutter weinte so sehr, das war schon wirklich schlimm. Man konnte sich ein letztes Mal verabschieden. Morgen findet das Begraebnis statt.





Coroíco – Trip in die Yungas

15 03 2009

Gerade komme ich von einem Wochenend-Trip aus den Yungas zurueck. Ihr wisst schon, da wo auch die Death Road liegt. Alles total gruen und zur Zeit richtig warm. Da aber noch immer ein bisschen Regen faellt, gibt es noch viele Mosquitos – ihr wollt meinen zerstochenen Rueck bestimmt nicht sehen :D !

Das Dorf hat ca. 3200 Einwohner und ist ziemlich turistisch. Das erkennt man allein schon an der Anzahl von Hotels und auslaendischen Restaurants (so zum Beispiel auch die leckere „Backstube“, wo ich seit Langem mal wieder ein Pfeffer-Steak mit Spaetzle gegessen habe…mhhh!). Samstag sind wir 2 Stunden zu den Wasserfaellen gelaufen. Insgesamt drei Stueck an der Zahl und man kann sich herrlich drin baden. Das haben wir dann natuerlich auch gleich gemacht.

Heute waren wir noch auf einem Aussichtspunkt, von wo einem Coroíco zu Fuessen liegt. Das war echt schoen. Unser Hostal war das Pendant zu dem in Sorata – mitten in der Natur, lauter Baeumer, Haengematten zum Entspannen…genial!

Aber die Kaelte La Paz’ habe ich doch jetzt doch wieder gern zur Abwechslung ;) .

Schaut’ euch doch die Fotos an!